Auswahl nach Provenienz
Teppiche nach Provenienz
Der Name eines Teppichs ist fast immer eine Ortsangabe. Bidjar, Täbriz, Isfahan – das sind Städte und Landstriche im Iran, und mit dem Namen kommt eine ganze Knüpftradition: eine bestimmte Konstruktion, ein Materialgebrauch, eine Formensprache, die sich über Generationen herausgebildet hat. Wer die Provenienz kennt, weiß deshalb schon einiges über den Teppich, bevor er ihn gesehen hat.
Ein Bidjar ist dicht und schwer, gebaut für Jahrzehnte. Ein Isfahan trägt feine Knüpfung auf Seidenkette und ein durchkomponiertes Muster. Nomadenknüpfungen wie Gaschgai oder Belutch entstehen ohne Vorlage und leben von der Unregelmäßigkeit. Marokkanische Berberteppiche arbeiten mit wenigen Farben und großen Flächen.
Wir führen über dreißig Provenienzen, klassisch persisch ebenso wie anatolisch, kaukasisch, afghanisch, marokkanisch und nepalesisch, dazu moderne Designknüpfungen. Wenn Ihnen der Name noch nichts sagt, führen Teppiche nach Größe oder die Auswahl nach Raum schneller zum Ziel – die Herkunft können Sie danach immer noch eingrenzen.
Jede Provenienz hat ihren eigenen Charakter
Florale Eleganz. Hereke, Kaschan, Isfahan, Täbriz und Ghom stehen in der höfischen Tradition: Ranken, die sich über das ganze Feld ziehen, Vasenmotive und Palmetten, ein Medaillon als Mittelpunkt, dazu Bordüren, die das Muster aufnehmen und weiterführen. Die feine Knüpfung löst Blüten und Blattwerk bis in den einzelnen Stiel auf. Rot, Elfenbein und Indigo tragen diese Teppiche, oft mit Seide in den Konturen, die je nach Lichteinfall aufleuchtet.
Nomadische Knüpfungen. Gaschgai, Belutch, Bachtiari, Afshari, Gabbeh und Loribaft entstehen aus dem Gedächtnis, nach Motiven, die in der Familie weitergegeben werden. Die Farben stammen aus der Natur – Krapp für Rot, Indigo für Blau, Reseda und Granatapfelschale für Gelb und Grün – und leben davon, dass sie sich über die Fläche verändern. Lebensbäume, Tiere, Rautengitter: eine Formensprache, die ohne Vorlage auskommt und jedes Stück zu einem Einzelstück macht.
Anatolien und Kurdistan. Klare Formen, kräftige Farben. Türkischrot aus der Krappwurzel, tiefes Blau, Safrangelb. Ushak, Milas, Kars und Bidjar führen große Medaillons, Sterngitter und breite, streng gegliederte Bordüren – ein Zeichenschatz, der bis in die Renaissance zurückreicht und schon damals auf europäischen Gemälden auftauchte.
Marokkanische Berberteppiche. Beni Ourain und Azilal setzen wenige Linien auf ungefärbte Wolle. Rauten, Zickzack, offene Gitter, dazu hoher Flor in Creme, Braun und Schwarz. Sie bringen Textur in einen Raum, wo andere Teppiche Muster bringen, und vertragen sich mit fast jeder Einrichtung.
Vintage und modernes Design. Zurückgenommene Farbigkeit auf ruhiger Fläche, für Räume, in denen der Teppich den Ton hält statt ihn zu setzen. Bei den veredelten Vintage-Stücken liegt eine alte, fein geknüpfte Grundlage darunter: Das Muster tritt zurück, die Knüpfqualität bleibt sichtbar.
Sprechen Sie uns an
Zu jedem Stück gibt es mehr zu erzählen, als auf einer Produktseite Platz hat – Herkunft, Alter, die Werkstatt oder Familie, aus der es stammt. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, wir gehen die Auswahl gemeinsam durch.
Farbe und Glanz ändern sich mit dem Licht und mit dem Blickwinkel; am Bildschirm ist davon nur ein Teil zu sehen. In unserem Ausstellungsraum in Lohr am Main liegen alle hier gezeigten Stücke aus. Im Raum Würzburg, Aschaffenburg und Main-Spessart bringen wir Ihnen eine Auswahl nach Hause, damit Sie die Teppiche bei Ihrem Licht und auf Ihrem Boden sehen.
Teppiche, die Sie bereits besitzen, betreuen wir ebenso: Handwäsche, Reparatur und Restaurierung in eigener Werkstatt.